Entstehung

Haus Gries ist für viele Menschen zu einer geistlichen Heimat geworden und gilt gewissermaßen als das „Mutterhaus“ der kontemplativen Exerzitien in Deutschland. Der Jesuiten-Pater Franz Jalics hat Haus Gries 1984 gegründet.

Entstehung
Wurde uns dieser (innere) Ort zur Erfahrung, können wir ihn nicht mehr vergessen. Wie eine geheime Musik lässt er uns nicht los und zieht uns wieder an. (Franz Jalics)

Die Geschichte von Haus Gries

Haus Gries wird 1984 vom Jesuiten-Pater Franz Jalics SJ gegründet. Die Immobilie gehört der Erzdiözese Bamberg. Die Trägerschaft für das Exerzitienhaus liegt bei der Deutschen Provinz der Jesuiten.

Franz Jalics gilt als ein Pionier für die Aktualisierung der Exerzitien des Ignatius von Loyola in die heutige Zeit. In seinem Buch und Bestseller „Kontemplative Exerzitien – Eine Einführung in das Jesusgebet und in eine kontemplative Lebenshaltung“ beschreibt er den „Grieser Weg“ der Kontemplation.

Nachdem Franz Jalics in seinem Haus zunächst viele Jahre lang allein die Kurse begleitet hat, beginnen Ende der 90er Jahre zunehmend Schüler*innen von ihm, in der Kursbegleitung mitzuwirken. Allen Schüler*innen dieser Weggemeinschaft gemeinsam ist die klare und einheitliche Methodik der Kurse. Sie stiftet Identität und lässt gleichzeitig Vielfalt und Buntheit zu durch die Verschiedenheit der Personen in der Kursbegleitung. Derzeit wirken zwischen 25 bis 30 externe Kursbegleiter*innen im Haus Gries mit.

Im Jahr 2004 gibt Franz Jalics die Hausleitung ab. Der Jesuitenorden beschließt, das Exerzitienhaus weiterzuführen und ernennt P. Bernhard Bürgler SJ als neuen Leiter des Hauses (2004-2008). Von 2008-2016 ist P. Anton Altnöder SJ Hausleiter. Ab 2014 leitet er zusammen mit P. Joachim Hartmann SJ das Haus. Seit Juli 2016 bilden P. Joachim Hartmann SJ und Frau Dr. Annette Clara Unkelhäußer die Hausleitung.

Der Gründer von Haus Gries

P. Franz Jalics SJ

P. Franz Jalics wird 1927 in Budapest geboren. Er verbringt seine Kindheit auf dem Landgut seiner Eltern. Schon damals war er sehr von der Schönheit und Stille der Natur der ungarischen Puszta beeindruckt.

Ende 1944 kommt er als 17-jähriger Offiziersanwärter mit seiner Einheit nach Deutschland. Während einer Bombardierung Nürnbergs macht er eine tiefe religiöse Erfahrung, die seinen weiteren Glaubensweg entscheidend prägt. Im ersten Nachkriegsjahr kann er nicht nach Ungarn zurückkehren. In Deutschland hat er zunächst keine Möglichkeit zu arbeiten oder zu studieren. Wieder verbringt er viel Zeit in der Natur, die, wie er es selbst ausdrückt, eine „hervorragende Lehrmeisterin der Kontemplation” ist. 

Nach seiner Rückkehr nach Ungarn holt er das Abitur nach und tritt 1947 in das Noviziat der Jesuiten ein. Unter dem Druck der kommunistischen Regierung muss er Ungarn bald wieder verlassen. Franz Jalics absolviert seine philosophischen Studien in Pullach bei München und Eggenhoven-Löwen in Belgien. Nach weiteren Studien in Chile und dem Theologiestudium in Buenos Aires wird er dort Doktor der Theologie und Dozent für Fundamentaltheologie und Dogmatik und begleitet als Spiritual die jungen Jesuitenmitbrüder.

Schon während seines Noviziats gelangt Franz Jalics zu der Überzeugung, dass die Menschen einen einfachen, spontanen und unmittelbaren Kontakt zu Gott suchen. Die Begegnung mit Menschen in seiner seelsorglichen Tätigkeit lässt ihn erkennen, dass hinter verschiedensten Lebensweisen in der Tiefe der Seele eine Suche nach Gott stattfindet und dass die Menschen aus dieser Suche heraus ihr Leben gestalten. Er empfindet Einfachheit und Unmittelbarkeit als einen notwendigen Ausgleich zur technischen, komplizierten und hektischen Welt.

Von 1978 bis 2017 lebt P. Franz Jalics in Deutschland und gibt hier Exerzitien in dem von ihm aus der Erfahrung seines Lebens geprägten klaren, kontemplativen Stil. Heute lebt er in Budapest.

P. Franz Jalics hat mehrere Bücher und Artikel geschrieben.


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